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Liliom (Stephan Kimmig, 2014)

Land: Frankreich
Regie: Fritz Lang
Taxonomie: 

Leere Bühne, eine Aussage: Liliom tritt auf und tanzt zur Musik in seinem Kopf. Überlaute Musik setzt ein – für das Publikum im Ohr wummernd, schmerzend. Die Atmosphäre lädt sich auf mit Bedeutungen und Assoziationen. Drei Protagonistinnen mit Rollschuhen treten auf: Liliom führt und fährt sie im Kreis. Die Bewegung im Kreis, die kreisförmige Bewegung ist programmatisch, vor allem für Julie – immer wiederkehrend, stets darauf zurück fallend. Im Kreise drehend, das Schicksalsrad; der Anfang ist das Ende; das Ende ist der Anfang; oder es gibt keines von Beiden. Kimmigs programmatische Andeutung nimmt die Tragik des Stücks vorneweg. Die Kreisform als Struktur des Stücks und ganz im Sinne des Schicksalsrades, das man zwar bereit ist, selbst zu drehen, aber nicht vor falschen Entscheidungen gefeit ist. Die gesamte Inszenierung ist mit Blick auf das Bühnenbild auf Reduktion ausgerichtet. Die Möglichkeiten den Bogen aufs Äußerste zu überspannen, die Bühne vollzustopfen wären enorm, doch Kimmig geht auf die Wurzeln des Stücks zurück, welches im Übrigen zu eines der meistgespielten Stücke des 20. Jahrhunderts zählt. Dabei werde ich das Gefühl nicht los, dass Langs Liliom Verfilmung als Gegenpart zu dieser Inszenierung gelesen werden kann und diese Assoziation bei mir nicht nur zufällig aufkeimt. Trotzdem begeistert der Abend nicht bis ins letzte Detail, sind doch viele Elemente des Stücks so abrupt, das Fegefeuer eine Randerscheinung, die Büße, die Einsicht, die bei Liliom nicht möglich ist, nur eine Element von vielen, müsste es doch die Essenz der Aufführung sein. Vielmehr müsste nachwirken, vielmehr müsste in Kontemplation treten. Aber genau das tut es nicht. (T. O.)

Quellen und Verweise: 

Liliom, Regie: Stephan Kimmig, München: Kammerspiele 23.06.2014; (Orig. UA 08.03.2014).