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L‘Abbaye de Cluny (910)

Taxonomie: 

Stein auf Stein. Fenster an Fenster. Ein großer Raum. Mit Licht, wenn es Tag ist. Mit Dunkelheit, wenn es Nacht ist. Es erschlägt mich. Der Wind, der durch die großen Löcher hindurch zieht. Löcher des Verfalls, der Ruine, die wir besichtigen können, dürfen. Zu spät sind wir geboren, um die ganze Pracht derer Steine zu begreifen, die wir uns nur rekonstruieren können; im Kopf; auf dem Bildschirm. Dann trete ich in den nächsten Raum: Die Kapelle Jean de Bourbon, ein heiliger, sakraler Ort mit fünf Fenstern, die ein gelbes, warmes Licht in den Raum werfen, der mir aufzeigt, welche Atmosphäre solche Gebetsräume entwickeln können, selbst in ihrer unbelebten, harten und vor allem unvollständigen Funktion, die wir heute vorfinden. Durch eine kleine Tür trete ich in die Grabkapelle ein – dunkel aber nicht finster. Platz für eine Person, die hier ihre Ruhe finden kann – einsam im leeren Raum, kein Ornament, keine Skulptur wie in der Kapelle nebenan. Ich möchte nie mehr hier weg gehen, weil ich mich so geborgen fühle mit dem Licht, in dem sich mir der Raum präsentiert. Nie mehr weg gehen wollen von einem Ort, der mir eigentlich gar nichts bedeutet – ein schönes Gefühl.

Quellen und Verweise: 

Cluny: 21.07.2012.
Vgl. "Abtei von Cluny: Armut und Maßlosigkeit", spiegel online 11.11.2009, http://www.spiegel.de/reise/europa/abtei-von-cluny-armut-und-masslosigke..., 5.11.2012.