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Rancho Notorious (Fritz Lang, 1951)



Land: USA; AKA: Gejagten, Die
Regie: Fritz Lang; Drehbuch: Daniel Taradash; Kamera: Hal Mohr
Darsteller: Marlene Dietrich, Arthur Kennedy, Mel Ferrer u.a.
imdb.com

Erste Lektüre: Pointiert trägt uns die Montage – innere wie äußere – durch den mittleren Westen. Immer im Zusammenspiel mit diesem stimmungsgebenden Lied: HATE, MURDER and REVENGE. Alles zusammen gibt einen wunderbaren Western, der weit mehr Facetten liefert, als uns der Prolog mit dem Lied verspricht. Da gibt es ferner den Diskurs um diese Frau/Mann Symbiose von Marlene Dietrich, die als Barmädchen begann und mit ihrer Ranch ein Mannsweib gibt, das keine Vergleiche kennt. Inwiefern Fritz Lang dabei gleichzeitig ein Bild von der Schauspielerin selbst zeichnet, ist eine interessante Frage. Definitiv kann man Genderproblematiken diskutieren, die gerade im Zusammenhang mit dem Western höchst spannend sind. Western meint zumeist eine Männerdomäne, in dem Frauen nur hübsches Beiwerk sind. In diesem Film löst der kaltblütige Mord an einer Frau am Beginn des Films die gerechte Selbstjustiz ihres Mannes aus – was ist schon gerecht. Die Männer, Räuber und Mörder, im Outlaw verstecken sich auf einer Ranch, die von einer Frau dominiert wird, für die sie quasi anschaffen gehen. Eine wunderbare Konstellation. Vielleicht der bessere Western von den Dreien Langs. (T.O.)

Zweite Lektüre: Mit diesem Einstieg à la Brecht moralisiert Lang von Beginn an, weckt Versprechungen, die nicht enttäuscht werden: HATE, MURDER and REVENGE. Das ganze in Technicolor und ich kann nur diese miserable DVD-Version betrachten. Eine Sünde. Das Glücksrad als Schicksalsberg: chuck-a-luck. Der eigentliche Titel des Films. Aber viel interessanter natürlich, dieser fallende Star, diese Dietrich: „Risking your life for a bottle of perfume.“ Frenchy ist verrückt nach diesem Mannsweib, das nur scheinbar als solches auftritt. Ihre Sehnsucht und Fragilität – welches Klischee – werden eigentlich deutlich dadurch, dass sie diese zu unterdrücken versucht. Dabei schwingt in jeder Szene der eigentliche Mythos dieser Darstellerin mit, die sich nicht mit ihrem Alterungsprozess abfinden mag – welch jämmerliche Kreatur: „I'd wish you go away, come back 10 years ago.“ Altar Keane fleht darum ihre junge Schönheit nicht zu verlieren und findet sich nicht mit ihrem Alterscharme ab – er ist zweifelsohne da. Welch Tragik, welch Melancholie. Natürlich ist da in diesem Western kein richtiger Platz für sie. Sie bleibt Fremdkörper den ganzen Film und scheint erst mit ihrem Tod einen rechten Platz zwischen den Männerhelden gefunden zu haben. Der eigentliche Plot um die Rache eines Mannes für den brutalen Mord inklusive Vergewaltigung gerät dabei zum Nebenstrang. (T.O.)

Quellen und Verweise: 

Erste Lektüre: Rancho Notorious, Regie: Fritz Lang, DVD-Video, Optimum Home Releasing 2005, Niederweiler: 20.01.2012; (Orig. US 1951).
Zweite Lektüre: Rancho Notorious, Regie: Fritz Lang, DVD-Video, Optimum Home Releasing 2005, Zug nach Wien 03.04.2012; (Orig. US 1951).