Twitter RSS Flickr

Fehlermeldung

  • Deprecated function: Function mysql_db_query() is deprecated in include() (Zeile 34 von /www/htdocs/v076981/phpfiles/filmdb_abfrage_drupal.php).
  • Deprecated function: mysql_db_query(): This function is deprecated; use mysql_query() instead in include() (Zeile 34 von /www/htdocs/v076981/phpfiles/filmdb_abfrage_drupal.php).

Michael (Markus Schleinzer, 2011)



Land: Österreich
Regie: Markus Schleinzer
imdb.com

Einen Film machen. Über ein Thema, dass man kaum fassen kann. Einen Film gestalten. Mit einer Idee. All das erkennt man hinter Michael. Da gibt es keinen Pathos, nur die Täterperspektive. Sonst nichts. Der Täter ist völlig unscheinbar, hat kaum eine Biographie und das ist in der Tat überhaupt nicht wichtig. Hier geht es nur um den Ist-Zustand. Mehr nicht. Das impliziert einen ganz bestimmten Stil, eine Richtung, eine Meinung und man versteht den Dank an diesen Michael Haneke. Da ist ein ganz klarer Bezug in dem Rhythmus und dem nicht zeigen oder Auslassen von bestimmten Elementen oder Dingen, Strukturen. Das ist zumindest mein Eindruck. Mit dem was ich sehe, stehe ich ein bisschen in Konflikt. Es gibt nur das, was mir gezeigt wird, in klaren Bildern, in atmosphärischen Tönen, Alltag. Darüber geht es nicht hinaus. Doch was erfahre ich dadurch. Warum in dieser Weise einen Spielfilm formulieren. Es ist ein Pseudodokumentarfilm habe ich das Gefühl, der sich sich dessen Elemente irgendwo zu Nutze macht, um Zustände zu inszenieren. Der richtige Umgang damit? Ich weiß nicht. Oder der Bessere? Das dröselt sich mir noch nicht ganz auf. Was passiert mit mir, wenn ich das Gesehene versuche zu kontextualisieren. Was ist da der Kontemplationsprozess? Ich bin mit einem inszenierten Täter konfrontiert, eine exemplarische Studie dessen, was sein könnte. Irgendwo. Neben mir. Über uns. Das ist mir aber doch auch vorher schon bewusst. Oder etwa nicht? Was ist also der Mehrwert vom Film? Er inszeniert mir etwas? Da bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich diese Wirkung auf mich begreifen soll. Natürlich: tief betrübt, melancholisch, die Melancholie... Man nimmt das schon auf, was Schleinzer alles damit anders machen möchte und es gelingt ihm auch sein Konzept eindrücklich auf die Leinwand zu bringen. Keine Frage. Aber für mich ist dieses Thema so schwer konsumierbar, vielleicht auch, weil ich selbst Bilder dafür gesucht und für mich gefunden habe. Da gibt es keine Menschen. Da gibt es nur Struktur, nur Formen. Hier gibt es eine konstruierte Geschichte, die mich irritiert. Das ist vielleicht wirklich mein Problem trotz aller Brillianz des Films. Das ist eine Charakterstudie von einem Charakter, der so präzise dargestellt ist. Aber völlig distanziert, völlig weit... Da kommt man noch nicht wirklich damit klar, weil man nicht glaubt, dass es dieser Mann von nebenan gewesen war. (T.O.)

Quellen und Verweise: 

Michael, Regie: Markus Schleinzer, 35mm, Graz: Diagonale 23.03.2012; (Orig. AT 2011).