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Konrad Bayer oder die Welt bin ich und das ist meine Sache (Ferry Radax, 1969–1970) & Thomas Bernhard. Drei Tage (Ferry Radax, 1970)

Taxonomie: 

Beim Film zu Konrad Bayer eingeschlafen. Die Festivaltage zehren an meinem Gemüt. Das hat sicher wenig mit dem Film an sich zu tun. Bei Thomas Bernhard wieder hellwach. Der letzte Film für mich auf der Diagonale 2012. Das ist sicher nicht der schlimmste Abschluss und für mich ganz klar ein absolutes Muss. Es ist in meinen Augen der beste Film von Ferry Radax – innovativ, klar, kraftvoll. Das hat natürlich nicht zuletzt etwas mit Thomas Bernhard zu tun. Der Prediger sitzt auf einer Bank und schmeißt einen Merksatz nach dem anderen heraus. Die Signifikanz des Films ist, dass Radax seinen Protagonisten nicht ganz so ernst nimmt. Gut so. Er dezentriert ihn, zeigt ihn im Detail, ganz verschwommen durch den Fernseher gefilmt: Bild im Bild und immer ekstatisch Thomas Bernhards Stimme, sein Monolog. Schluss. Er scheint selbst entscheiden zu können was und wie lange er redet. Beendet alles. Sitzt einfach da, wortlos. Schwadroniert. Was macht Radax: Er stellt den Filmdreh, die Konzeption in den Mittelpunkt seiner Dokumentation: Kameraleute, Szenenaufbau, Kabelverlegen. Das ist die Magie dieses Monologs. Dass er das nicht ausspart. Schluss!

Quellen und Verweise: 

Konrad Bayer oder die Welt bin ich und das ist meine Sache, Regie: Ferry Radax, 16mm, Graz: Diagonale 23.03.2012; (Orig. AT 1969–1970).
Thomas Bernhard. Drei Tage, Regie: Ferry Radax, 16mm, Graz: Diagonale 23.03.2012; (Orig. AT 1970).