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J. Edgar (Clint Eastwood, 2011)



Land: USA
Regie: Clint Eastwood; Drehbuch: Dustin Lance Black; Kamera: Tom Stern; Musik: Clint Eastwood; Schnitt: Joel Cox, Gary Roach
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Josh Hamilton, Naomi Watts u.a.
imdb.com
Taxonomie: 

Erste Lektüre: Dieser Film hinterlässt bei mir einen sehr präzisen Eindruck. Aus zweierlei Gründen. Erstens: Leonardo DiCaprio ist für mich ein wandlungsfähiger Schauspieler, der in der Figur des J. Edgar Hoover für sich selbst neue und gewichtige Maßstäbe setzt – wuchtig, ernst, fordernd. Dabei zeichnet er einen tiefernsten Mann mit einer großen Leidenschaft für die Verbrechensbekämpfung – oder das, was er als Verbrechen betrachtet. Die Methoden, die er dafür anwendet sind ihm alle recht, so lange sie zielführend sind – machtgierig, autoritär, einsam in sich selbst, nicht einsam mit seiner Unwelt. Zweitens: Tom Sterns Kameraarbeit ist für mich ein ausschlaggebender Faktor von Clint Eastwoods Meisterhand der letzten Dekade. In diesem Film skizziert er seine Filmbilder als kühle, graue, kalte Eindrücke, die in Schattierungen versinken, sich von ihnen überlaufen lassen. Tom Sterns Kamera bleibt neutral, zurückgezogen, beobachtend. In diesem Sinne konstituiert er die Wirkung des Films auf markante Weise. Clint Eastwoods Regiearbeit bewegt sich in den letzten jahren auf einem Niveau, dass der Grad zwischen Meisterwerk und präzisem Film kaum mehr erkennbar, fassbar ist. (T.O.)

Zweite Lektüre: Ich sehe diesen Film und sehe ein Monument; inszeniert und übergroß. Dieses Monument ist J. Edgar Hoover, dargestellt von Leonardo DiCaprio. Natürlich bleibt diese Figur zu Teilen reine Fiktion und natürlich ist diese Fiktion abhängig von ihrem Darsteller, obgleich die biographischen Momente evident werden. Das hat jede Filmbiographie an sich. Insofern sehen wir einen Film, der von DiCaprio geprägt ist und das in außerordentlicher Form. Er ist in seiner Figur omnipräsent. Die eingangs erwähnte Übergröße entwickelt sich einerseits aus der Kameraarbeit von Tom Stern und andererseits das Schauspiel. Dabei hat DiCaprio zwei Aufgaben zu meistern:
1. den jungen, zielstrebigen und fokussierten Hoover bei seiner Aufgabe das FBI aufzubauen und weiterzuentwickeln darzustellen,
2. den alten Hoover zu inszenieren, welcher sein Lebenswerk zu schützen und zu manifestieren versucht. Die Verletzlichkeit ist gepaart mit Altersschwäche und Zorn.
Diese Dualität zweier Lebensabläufe fordert die Wandlungsfähigkeit des Darstellers heraus und führt gleichzeitig zur Glaubwürdigkeit der Inszenierung, indem ein vielschichtiger Charakter gezeichnet und formuliert wird. Diese Komplexität lässt Raum für Spekulation sowie Deutung und bietet im Grunde das, was eine Biographie ausmachen sollte: Fakten und Fiktion durch Facetten. (T.O.)

Quellen und Verweise: 

Erste Lektüre: J. Edgar, Regie: Clint Eastwood, Digital, Wien: Artis International 23.01.2012; (Orig. US 2011).
Zweite Lektüre: J. Edgar, Regie: Clint Eastwood, DVD-Video, Warner 2012, Alfter: 11.11.2012; (Orig. US 2011).