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Gran Torino (Clint Eastwood, 2008)



Land: USA
Regie: Clint Eastwood; Drehbuch: Nick Schenk; Kamera: Tom Stern; Musik: Kyle Eastwood, Michael Stevens; Schnitt: Joel Cox, Gary Roach
Darsteller: Clint Eastwood, Christopher Carley, Bee Vang u.a.
imdb.com

Erste Lektüre: Weiser, alter Mann auf Abschiedstournee? Das starke Gefühl des Films. Daneben Eastwoods Darstellung vom kernigen, kriegserfahrenen Mann – authentisch, grunzend, hart und abgrundtief ehrlich. Die Filmkarriere in Regie und Schauspiel – so sind wir eines besseren belehrt – lebt noch weiter. Also hier nicht mehr als ein Charakter, eine Figur, die da interpretiert wird? Ich mag trotzdem an meine biographische Leseweise glauben, vor allem wenn ich daran denke, was mich an dieser Persönlichkeit Eastwood, an seinen Filmen fasziniert. Es trifft in Gran Torino aufeinander, was zuvor mehrfach Thema und Darstellung seiner Filme war: republikanische Gerechtigkeit; Gewalt und Moral; Selbstjustiz. Man möchte aufstehen, aus dem Haus heraus treten und handeln, etwas tun. Seine Filme gerade wegen diesem Idealismus, aufgrund von Moralkeule und Wertesehnsucht. (T.O.)

Zweite Lektüre: Ein Abschied und doch kein Ende. Clint Eastwoods Reinterpretation seiner Filmlegenden – alles in eine Figur gepresst; fast 100 Jahre Filmgeschichte stecken in diesem Schauspieler und gleichzeitig in diesem amerikanischen Film. Natürlich ist Eastwoods Charakter viel gelassener als andernorts. Da steckt viel mehr Altersweisheit in Herrn Kowalski. Der Zorn über die Ungerechtigkeit bleibt. Die Läuterung durch den Tod von Mrs. Kowalski kulminiert im Opfer, dem Martyrium als Exempel gegen die koreanisch-amerikanische Gangkultur, die sich in seiner Heimatstadt einen Standpunkt erarbeitet hat. Diese Brisanz wird unterfüttert durch Kowalskis Koreavergangenheit und dem damit einhergehenden latenten Rassismus, den er verkörpert und offen zur Schau stellt. Diese Form von Rassenhass paart sich mit der aufkeimenden Neugier die Kultur der Hmong zu verstehen; als solches, was sie tatsächlich ist. Demgegenüber steht tiefer amerikanischer Patriotismus, der sich nicht zuletzt im Titel widerspiegelt. Ganz symbolisch ist demnach der Austausch und die Melange beider Welten zu verstehen: bei der Jugend vermischen sie sich am stärksten miteinander. Thao – in tiefer Freundschaft zu Mr. Kowalski stehend – erbt nach dessen (Selbst)Tod seinen alten Gran Torino. Amerika und Korea vereint und eine gehörige Portion Freiheit in diesem Schlussbild. Das mag im Ansatz noch so klischeehaft daherkommen. Das Endergebnis spricht eine andere Sprache. Die Musik von Kyle Eastwood und Clint Eastwoods alt gewordene, tiefe, unverwechselbare Stimme überfluten den Zuschauenden mit nie dagewesener Demut. Insofern ist in diesem Film nichts überflüssig, oder übertrieben, oder überhaupt Fehl am Platz. (T.O.)

Quellen und Verweise: 

Erste Lektüre: Gran Torino, Regie: Clint Eastwood, BluRay, Warner Home Video 2009, Alfter: 20.08.2012; (Orig. US 2008).
Zweite Lektüre: Gran Torino, Regie: Clint Eastwood, BluRay, Warner Home Video 2009, Alfter: 25.02.2013; (Orig. US 2008).
Vgl. Manohla Dargis, "Hope for a Racist, and Maybe a Country", New York Times 11.12.2008, http://movies.nytimes.com/2008/12/12/movies/12tori.html?_r=0, 25.07.2013.