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Arnulf Rainer (Peter Kubelka, 1960)

Taxonomie: 

Schwarz und Weiß und wummernder Ton rhythmisch angeordnet: wie Musik im Kinosaal – revolutionierend, aufrüttelnd, absolutistisch. Peter Kubelkas Meisterwerk, weiße und schwarze Kader in einer Ordnung, in einer Struktur – das Kino reflektierend und nur im Kinosaal funktionierend. Nur im Original-Schauplatz Kino hat dieser Film seine Berechtigung und entwickelt nur dort seine Geltung – ein Artefakt in unserer Zeit: auratisch einzigartig, zeitlos. Arnulf Rainer ist ein Kunstwerk und passt nicht ins Museum hinein, nur ins Kino... Nichts als das Kino... Ein Film für und über das Kino, dessen Essenz. Eine Studie über die Möglichkeiten des Films in Schwarz und Weiß. Im digitalen Zeitalter wird es zunehmend zu einem zeitgeschichtlichen Dokument. Man mag sich fragen, warum schwarze und weiße Kader in einer rhythmischen Reihenfolge soviel Wert für das Kino, den Film und seine Geschichten haben: Wo liegt die Berechtigung und Notwendigkeit diesen Film stets aufs Neue im Kino wahrzunehmen und nur dort? Die Qualität und Wichtigkeit von Arnulf Rainer offenbart sich erstens im Rekurs auf Kubelkas Gesamtwerk und seiner Entstehungsgeschichte als Manifest von Film auf der Leinwand. In zweiter Linie versinnbildlicht Arnulf Rainer eine Erörterung der Notation von Film (wie Musik mit Noten arbeitet, funktioniert Film über das Bild und den Ton, vor allem deren Anordnung und Rhythmik). Hinzu kommt die Wucht seiner Erscheinung, der Projektion – und nur so ist er rezipierbar. Im Kontext heutiger und damaliger Wahrnehmungskonvention ist das Erscheinen des Films unwirklich – schockierend, aufwühlend, unerwartet. Reines Überwältigungskino am Rande der Duldsamkeit – euphorisch, emotional, über-greifend. Die Verbindung zur titelgebenden Figur Arnulf Rainer: (Künstler am Rande des Wahrnehmbaren) ist lose und doch logisch. Mit schwarz und weiß alle bis dato existierenden Filmbilder übermalen, Töne freisetzen und wieder wegschließen. Die klarste Inszenierung von Film um dem Filmischen zu entkommen und autarkes Werk zu werden – unnachahmlich und rein. (T. O.)

Quellen und Verweise: 

Arnulf Rainer, Regie: Peter Kubelka, 35mm, Wien: Österreichisches Filmmuseum 23.03.2014; (Orig. AT 1960).