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A Masque of Madness. Notes on Film 06-B, Monologue 02 (Norbert Pfaffenbichler, 2013)

Taxonomie: 

Alle Filme von Boris Karloff, alle Masken dieses Schauspielers in einen Film gepresst: rund 170 Rollen und keine Szene aus dem gleichen Film aneinander montiert. Das ist das Reglement und gleichzeitig der notorische Zwang, denen sich Norbert Pfaffenbichler hingibt. Ein Jahr Schneidezeit, Recherche ein Leben lang, auch über den Film hinaus – wie verrückt, Kino- und Film-ver-rückter kann man sein; so schön; so geradlinig, so speziell... Das ist film- und kinoreferenzieller Experimentalfilm, wie ich ihn liebe – größenwahnsinnig, bestimmt und einsam produzierend. Erst in dieser Zusammenstellung, in dieser Komposition wird offenbar, welche Maskenwandlung Boris Karloff in seiner Filmkarriere dargestellt hat – vielschichtig, kontinuierlich, furchterregend. Dabei missachtet oder lässt Pfaffenbichler formale Aspekte der Spielfilme wie Farbe, Format oder Ton außen vor und montiert nach seinem Auge, die diversen Masken aneinander: zum Glück keine Chronologie, zum Glück keine Stringenz in diesen strukturellen Gegebenheiten. Um trotzdem in seinem fast 80minütigen Konvolut eine Ordnung hinein zu formen, legt er mehrere erste Kapitel an, die die Masken Karloffs und die Montageinterpretation Pfaffenbichlers in eine scheinbar schematische, thematische Ordnung bringen: Game of Death – mein Lieblingskapitel... stetiger Anfang, stetiger Beginn von vorne und eigentlich mitten hinein... Pfaffenbichler betreibt mit seinem Werk insofern einen komplexen Teil Filmgeschichtsschreibung anhand eines Schauspielers, über mehrere Jahrzehnte und Stilrichtungen hinweg. Da kommen viele Kader zusammen, die eigentlich nie zusammengehört haben, sondern erst in Pfaffenbichlers Zusammenstellung an Sinn gewinnen und in eine andere völlig differente Form gebracht werden. Was am Ende bei diesem Konvolut für den Betrachtenden herauskommt, ist so entschieden jedem Zuschauenden selbst überlassen und hängt vor allem auch von der Leidenschaft für den Schauspieler Karloff und die Kenntnis seiner Masken ab. Insofern bleibt Pfaffenbichlers Film vermutlich bei jeder neuen Lektüre ein hermeneutisches Offenbarungsvehikel. (T. O.)

Quellen und Verweise: 

A Masque of Madness. Notes on Film 06-B, Monologue 02, Regie: Norbert Pfaffenbichler, Diagonale 2014, DigiBeta, Graz: UCI 21.03.2014; (Orig. AT 2013).
Vgl. Scott Allen Nollen, Boris Karloff. A Critical Account of His Screen, Stage, Radio, Television, and Recording Work, Jefferson: McFarland 1991.
Abb. 1: "A Masque of Madness (Notes on Film 06-B, Monologue 02)", Diagonale 2014, http://www.diagonale.at/filme-a-z?ftopic=finfo&topic=finfo&fid=5884, 25.04.2014.