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12 Years a Slave (Steve McQueen, 2013)



Land: USA/Großbritannien
Regie: Steve McQueen
imdb.com

Bilder für Geschichte, Faktizität zu finden, ist für den Spielfilm einer der allerhöchsten Aufgaben. Steve McQueen bewältigt dieses Unterfangen mit unglaublicher Nachhaltigkeit. Die Bilder, die er für Solomon Northups Geschichte findet, bleiben nachhaltig eingepflanzt im Kopf. Nicht aufgrund von Brutalität oder Effekthascherei ist 12 Years a Slave ein einprägsamer Film, sondern vielmehr die Ruhe und Ausdauer der Inszenierung den Facettenreichtum von Rassismus, Sklaverei und körperlicher, sexueller Nötigung zu diskutieren. Das ganz persönliche Schicksal von Northup ist der Aufhänger für eine Sozialstudie, die tief hineingeht in die Geschichte und Bedeutung der Sklaverei – authentisch, recherchiert, unprätentiös. In 12 Years a Slave steckt nicht Gewalt um der Gewalt willen, sondern um den realen Misshandlungen nahe zu kommen. Dabei nimmt Steve McQueen sich sehr viel Zeit, um an den Punkt zu gelangen, an dem die Form von Gewalt unerträglich, auch eine Qual für den Zuschauenden wird: die Peinigung und Auspeitschung von Patsey. Die Nötigung von Edwin Epps, dass Northup selbst diesen Akt der Willkür vollzieht, potenziert dieser Szene. Zuvor zeigt McQueen jedoch zu keinem Zeitpunkt so drastisch sadistische Gewaltakte. Die Wichtigkeit dieses Films offenbart sich nicht an Preisen oder an positiven Kritiken, sondern an seiner Konsequenz, auch für jeden einzelnen Zuschauenden. Ich bin berührt von Handlung und geschichtlichem Diskurs einerseits und begeistert von der filmischen Komposition – politisch, präzise und völlig unspektakulär. Sklaverei wird nicht ausgestellt oder für Dramatik ausgenutzt, sondern als faktische, brutale, soziale Problematik eruiert. Die Ambivalenz der Handhabung von Sklaverei wird über die Darstellung des diversitären Umgangs der Guts- und Sklavenbesitzer deutlich. Dass Michael Fassbender mit Edwin Epps den brutalsten und berüchtigsten von allen verkörpert, ist für mich die mutigste Besetzung des gesamten Casts – cholerisch, unberechenbar, überempfindlich und so zerbrechlich. (T. O.)

Quellen und Verweise: 

12 Years a Slave, Regie: Steve McQueen, Digital, Frankfurt am Main: Filmforum Höchst 02.03.2014; (Orig. US/UK 2013).