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Kleines Zopfbild (Cornelia Schleime, 1996)

Taxonomie: 

Ich zeige dem Betrachtenden nur mein Gesicht und das Haar auf meinem Kopf. Mehr nicht. Ich möchte nicht mehr von mir preis geben, weil ich ganz scheu bin, ganz zurück gezogen in mir selbst und das möchte ich auch dem, der mich anschaut verdeutlichen. Ich bin ein ganz reines Geschöpf, dass sich aus irgendeinem Grund nicht in den Vordergrund spielen will. Auch deshalb zeige ich hier nur mein Gesicht, meine Mimik als Sinnbild meiner Person. Nicht mehr. Der Rest ist schwarz. Diese Farbe ist ganz bewusst für mich ausgewählt. Es verleiht mir ein Stück weit einen mystischen Charakter und schließt mich als Ganzes – obwohl ich ja nur einen Teil von mir preisgebe oder offensichtlich zeige – in das Gemälde, also auch in das Format mit ein. Meine Haare, meine geflochtenen, langen Zöpfe umschließen mich wie ein Mantel einen Körper, wie ein Saum und verbinden mich noch mehr mit diesem Schwarz, das hier kein Hintergrund sein kann und in keiner Weise so gedacht werden darf.

Quellen und Verweise: 

Cornelia Schleime, Kleines Zopfbild, Burgdorf: Franz Gertsch Museum 03.05.2012.