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Guelwaar (Ousmane Sembene, 1993)

Land: Senegal
Regie: Ousmane Sembene; Drehbuch: Ousmane Sembene; Kamera: Dominique Gentil; Musik: Baaba Maal; Schnitt: Marie-Aimée Debril
Darsteller: Abou Camara, Marie Augustine Diatta, Mame Ndoumbé Diop u.a.
imdb.com

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Taxonomie: 

Das Verhältnis von Sprache in afrikanischen Kulturen ist ein zentrales Thema in dem Werk des Regisseurs Ousmane Sembene. Er thematisiert in seinen Filmen nicht nur den Einfluss der Kolonialherrschaft im Bezug auf gesprochene Sprachen der afrikanischen Stämme, sondern macht immer wieder kritisch darauf aufmerksam wie sich die kulturelle Sprache durch den kolonialen Einfluss verändert. In seinem Film Guelwaar manifestiert sich diese Dualität sehr prägnant. Zum einen gibt es den glaubenskulturellen Konflikt zwischen Muslimen und Christen. Zum anderen tritt ein sprachlicher Konflikt auf, der vor allem über den in Frankreich lebenden Sohn von Guelwaar, Barthélémy, und dem Polizeioffizier Gora ausgetragen wird. Barthélémy begegnet seiner heimatlichen Kultur zu Beginn mit Arroganz und Missmut. Er sieht sich selbst als Franzose und nicht als Senegalese; verleugnet sogar seine Herkunft und Identität. Gora fungiert in diesen beiden Konflikten als Mittler und diplomatisch Handelnder. Er versucht den Streit um die Leiche von Guelwaar zu schlichten und zwischen den Familien zu übersetzen sowie letzten Endes auch den Irrtum und die Verwechslung des Leichnams wieder zu berichtigen.
Eine andere Sprache sprechen heisst im Bezug auf den Film aber nicht nur die Thematisierung solcher sprachlichen Konflikte, sondern bezieht sich nachdrücklich auch auf eine 'westliche' Wahrnehmung und Sichtweise. Ousmane Sembene beschreibt in seinen Filmen stets Aspekte die auf das Verhältnis zwischen Europa und Afrika rekurrieren. Guelwaars Kampf um ein unabhängigeres Denken des eigenen Volkes sticht beispielsweise genau in das Herz des Westens. Seine Kritik an den so gern genommenen Hilfeleistungen und den Sehnsüchten in der westlichen Welt Fuss zu fassen, stehen in einer besonderen kritischen Tradition Sembenes mit Europa. Es keimt die Frage auf mit welchem Recht Europa sich als Samariter und Missionar aufspielt. Auch das ist ein Sprach- und Identitätskonflikt.

(T.O.)

Quelle und Verweise: 

Guelwaar, Regie: Ousmane Sembene, 16mm, Lichtspiel / Kinemathek Bern, Bern: 17.12.2009; (Orig. SN 1992).